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Fleisch in 2018: Außenhandelsplus für alle Fleischsorten

Die wachsende globale Nachfrage wird häufig durch gesteigerte Erzeugung kompensiert, was im vergangenen Jahr zu einem Außenhandelsplus für alle Fleischsorten führte. Während die Exportmengen für Rind-, Schaf- und Ziegenfleisch in die Höhe kletterten, stabilisierte sich Schweinefleisch auf dem Vorjahresniveau; Geflügelfleisch hingegen fuhr ein leichtes Minus ein.

Auch 2018 störten Handelshemmnisse den Warenfluss; hiervon waren in erster Linie die Vereinigten Staaten und Brasilien betroffen. Aller Voraussicht nach profitiert Europa von dem Handelskrieg, der zwischen China und den USA schwelt. Der wachsende Anteil Asiens am globalen Importpaket unterstreicht die Unabdingbarkeit eines Freihandelsabkommens mit diesem Kontinent.

Wat erwartet uns 2019?

2019 dürfte der globale Außenhandel an Schubkraft gewinnen. Die ASP führt in schweinepestfreien Ländern zu einer deutlichen Ankurbelung des Exports. Allerdings ist mit einem Dämpfer zu rechnen, denn schließlich ist die chinesische Nachfrage in den nächsten Jahren nicht vor Unsicherheiten gefeit. Auch währt die ASP nicht ewig und wird die chinesische Agro-Industrialisierung deutlich vorangetrieben.

Rindfleisch

Welt

Die Rindfleischbranche legt weiter zu, allerdings bleiben die Preise hinter den jüngsten Spitzenwerten zurück. Die globale Rinderherde ist im vergangenen Jahrzehnt permanent gewachsen. Der Expansionszyklus verliert derzeit in den Vereinigten Staaten sowie Argentinien an Fahrt und kommt in Kanada komplett zum Stillstand. Während die Liquidationsphase in Brasilien stockt, macht sich die Trockenheit in Australien bemerkbar.

Aufgrund der hohen, aber sinkenden Viehpreise werden noch immer sehr viele Tiere geschlachtet, was zu gesteigerten Produktionsmengen führt. Das große Angebot kurbelt den Verzehr an. Der gestiegene asiatische Importbedarf absorbiert die höheren Exportvolumen.

Europa

Die feste europäische Nachfrage beschert der Branche bessere Preise. Die Sommerdürre hat zu Futtermittelengpässen und einem Abbau der Mutterkuhbestände geführt. Infolgedessen sind die Produktionsmengen um zwei Prozent angestiegen.

Im Außenhandel sind die Einfuhrkontingente unverändert geblieben. Nach der kurzen 2018er Talfahrt zeigt das Exportbarometer der Union wieder auf Wachstum. Jahrelang haben die Europäer ihren Rindfleischimport zurückgeschraubt. Nun setzt – sehr zur Freude Brasiliens und Argentiniens - offensichtlich die Kehrtwende ein. Der CETA-Effekt wirkt sich langsam, aber sicher aus.

Der europäische Rindfleischverzehr ist um 2,5 Prozent gestiegen. Dieses Wachstumsplus ist teilweise auf die bessere Wirtschaftslage sowie die gestiegenen verfügbaren Einkommen zurückzuführen.

Schweinefleisch

Welt

China fällt eine Schlüsselrolle in der globalen Schweinefleischerzeugung zu. Aus Lebensmittelsicherheits- und Umweltgründen hat das Reich der Mitte eine Umstrukturierung eingeleitet, was zu einem leichten Minus der globalen Schweineherde
geführt hat. Der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest treibt den Industrialisierungsprozess in China weiter voran. Zahlreiche andere wichtige Produktionsländer rund um den Globus stocken ihre Herden allerdings auf.

Dank Produktivitätssteigerungen und Umstrukturierungen wird die globale Schweinefleischerzeugung mittelfristig wachsen. Aufgrund der ASP-Mortalität und - Schlachtungen in China steht aber noch ein kurzfristiges leichtes Absacken der
Erzeugung an. Der Verzehr wird mit der Erzeugung Schritt halten und – nach den Angebotsbeschränkungen aus 2019 - mittelfristig zulegen.

2018 gingen starke Nachfrageimpulse von Asien aus, die 2019 nochmals an Auftrieb gewinnen. Nicht vorhersehbar ist derzeit, wann China aufgrund von Engpässen verstärkt Schweinefleisch im Ausland zukaufen wird.

Europa

Die Europäische Union steuert 2019 auf ein Rekordergebnis in der Schweinefleischerzeugung zu. In Osteuropa ist es wegen des Ausbruchs der ASP schwierig, die Produktionszahlen auf Niveau zu halten. Westeuropa bereitet sich auf die verstärkte Nachfrage aus China und anderen bedeutenden Exportmärkten vor. Umweltthemen und neue Konsumgewohnheiten führen zu einem rückläufigen Schweinefleischverzehr in Europa. Die europäische Schweineherde wächst 2019 weiter, trotz der für die kommenden Jahre prognostizierten Abnahme der Sauenbestände. Die Produktivität der Sauen steigt von Jahr zu Jahr. Tendenz: steigend! Mittelfristig wird die Herde allerdings leicht schrumpfen und zu einem Produktionsrückgang führen. Die erwartete chinesische Nachfrage und die Nachfrage anderer Drittlandsmärkte werden dem
europäischen Schweinepreis 2019 Flügel verleihen. Dies natürlich unter der Voraussetzung, dass sich die ASP nicht weiter in der Union ausweitet. Die Exportmärkte bleiben in puncto Rentabilität und Preisbildung in der Schweinfleischbranche das Zünglein an der Waage.

 

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